Bild und Text: Michael Hug
Tagblatt Online, 11. Februar 2009 01:04:21
Primarlehrerin, Mutter und Malerin: Monika Heim Klement mit ihren beiden Kindern Sophie und Basil sowie Gottebub Florian (links) vor einer Auswahl ihrer Bilder. (Bild: mhu.)
Michael Hug
niederuzwil. Sie erinnern entfernt an Blumen, die Motive von Monika Heim. Rote, pralle Blüten in der Profilansicht, Klatschmohnblüten vielleicht oder goldgelbe Sumpfdotterblumen. Betrachtende sehen in den Abstraktionen in Gouache auch grüne Heissluftballone, güldene Seen oder zwei schnatternde Gänse. Oder sind's reife Granatäpfel, federleichte Luftblasen, farbige Luftibusse? Bunte Ideenkissen? Wolkige Fantasien? Die Bildtitel sagen mehr: Blütenträume, Findling, Silberstein, Blauer Garten ...
Was immer es ist, die Interpretation bleibt dem Betrachtenden überlassen. Eine Erklärung von der Schöpferin dieser bunten Seifenblasen und Blumenblüten gibt es nicht, denn sie hat auch keine. «Ich male was aus der Hand fliesst», sagt Monika Heim. Es gibt keine vorbereiteten Skizzen, ja nicht einmal Gedankenbilder, erklärt sie. Vielleicht sind die entstehenden Motive gerade deshalb so authentisch und makellos. Denn die Intuition ist fehlerlos, die Kunst ist es einzig und alleine, die Intuition zu Papier zu bringen. Der Kopf kann sich dabei getrost verabschieden. Monika Heim beherrscht die Techniken der Intuitionsverbildlichung. Seit eineinhalb Jahrzehnten malt sie und hat in dieser Zeit eine eigene Fertigkeit erworben. Bilder aus ihren Händen sprechen eine eigene, unverkennbare Sprache. Weil es keine Vorbereitung auf den Entstehungsprozess eines Bildes gibt bei Monika Heim, liegt die Kunst der Umsetzung in der Entstehung selbst. Darum ist der Prozess an sich die Entfaltung des Endprodukts, der Weg das Ziel. Es wundert nicht, dass diese Werke in kurzer Arbeitszeit entstehen, also in einer einzigen, aber intensiven und kreativen Sitzung. Eine kurze Kontemplation der Schöpferin über den Grad der Zufriedenheit beendet den Entstehungsakt. Entweder ist das Werk – in den Augen Heims – gut oder eher weniger gut, es ist auf jeden Fall fertig, geändert wird nichts mehr.
Doch was dann geschieht, lässt Liebhaber freier Interpretationen die Haare zu Berge stehen: «Was fertig ist, wandert auf den Estrich.» Gut, dass sich Monika Heim den Mut genommen hat, diese Einzelausstellung zu bestreiten. Gut, dass sie sich nicht in einer Sammelausstellung, wo gewiss nur einzelne Objekte zu sehen gewesen wären, verstecken durfte. Gut, dass Jürg Zollikofer von der Galeriekommission die Aussagekraft und technische Qualität der Bilder sofort gesehen und Monika Heim eine Einzelausstellung empfohlen hat. Damit ist nun ein umfassender Querschnitt der letzten drei Jahre des Schaffens dieser zurückhaltenden Kunstschaffenden in der Alten Bank zu sehen. So kommen solch anmutige Kunstwerke unter die Kunstliebhaber der Region und verrotten nicht in einem Abstellraum.
